Grüne Wandgärten sorgen für ein besseres Klima, reinere Luft zum Atmen, entspannen das Auge und geben einen optischen Ruhepol. Während der Heizperiode erhöhen sie durch ihre Photosynthese den Feuchtigkeitsgehalt der Umgebungsluft. Dadurch werden bepflanzte Wände immer beliebter. Doch was gibt es bei der Installation eines solchen lebenden Wandgartens zu beachten? Welche Pflanzen eignen sich für die Begrünung der eigenen Wände? Und was macht uns dabei so glücklich?

Eine komplett grüne Wand voller Pflanzen und Blätter, die nicht durchscheinen lassen, worauf sie eigentlich wachsen sehen faszinierend aus. Sie geben schnell den Eindruck, als würde man sich nicht im Haus befinden, sondern mitten im Wald oder besser noch im Dschungel.

Schnell kommt der Gedanke auf: Das will ich auch! Doch worauf muss ich dabei achten? Je nach Größe der zu bepflanzenden Wand gibt es verschiedene Materialien und Techniken, die sich eignen.

Die einzelnen Schritte zum Aufbau einer grünen Wand:

  1. Auswahl des Pflanzsystems
  2. Bewässerungssystem oder manuell Bewässern
  3. Wasserschutzsperre nötig oder nicht – dämmt vor Feuchtigkeit und Wasser
  4. Pflanzsubstrat oder Erde
  5. DIY oder Fachmann beauftragen
  6. Welche Pflanzen
  7. Der passende Dünger

Materialien und Technik für die Bepflanzung und Bewässerung

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, eine Wand zu gestalten, die von mehreren Pflanzen bewachsen werden soll. Zum einen gibt es robuste Taschen aus Synthetik-Textilien, zum anderen spezielle Gittergerüste aus Metall oder Kunststoff. Aber auch Platten mit Ausbuchtungen für die Pflanzen können sich als ideale Lösung erweisen – sie sind oftmals stufenlos erweiterbar.

Zu allererst sollte entschieden werden, welches System optimal für die zu gestaltende Wand ist. Daraus und den Wasseranschlüssen des Raumes ergibt sich das Bewässerungssystem von selbst. Mittlerweile gibt es verschiedene Systeme, die für eine automatische Bewässerung der grünen Wand sorgen.

Natürlich kann man mit einer Gießkanne auch selbst die Wand bewässern. Dann sollte man an kleine Wasserstandsanzeigen denken, die Auskunft geben, wann wieder gegossen werden sollte.

Automatische Bewässerungsanlagen werden direkt an das Wassersystem des Hauses angeschlossen und leiten regelmäßig Wasser über einen Schlauch oder ein Schlauchsystem zu der Pflanzwand. Dabei wird das Wasser entweder nur den obersten Pflanzen zugeführt, die mit allen darunterliegenden Pflanzen entlang der Wandfläche verbunden sind. So sucht sich das Wasser seinen Weg durch alle Pflanzmulden bis es überallhin gerieselt ist. Oder die Schläuche sind wie ein Netz mit allen einzelnen Pflanzen verbunden und lassen das Wasser direkt auf den einzelnen Wurzelballen rieseln.

Eine automatische Bewässerung ist praktisch, da man sich nicht jeden Tag um das Bewässern der Pflanzen kümmern muss. Allerdings sollte man auch bedenken, dass die Installation aufwändig ist und sie regelmäßig gewartet werden muss. Zumal sollte eine Dämmwand eingebaut werden, die die Zimmerwand vor Wasser und Feuchtigkeit schützt. Wichtig ist auch, welches Material zum Verankern der Wurzeln benutzt. Erde oder Pflanzsubstrat sind beide beliebte Materialien für diesen Zweck. Jedoch sollte stets an ausreichend Dünger gedacht werden, um die Pflanzen mit den nötigen Nährstoffen zu versorgen.

DIY oder lieber vom Fachmann?

Jeder, der Do-it-yourself-Projekte liebt und Pflanzen mag sieht in der Begrünung des eigenen Hauses durch eine bepflanzte Wand eine tolle Herausforderung. Die Umsetzung macht riesigen Spaß, bei der Auswahl der Ecke oder der Wand fängt die Vorfreude an. Die passenden Pflanzen auszuwählen ist ebenfalls eine wichtige Entscheidung. Sie bestimmt nicht nur über die spätere Optik des gesamten Raumes, sondern sollte sich auch an den Voraussetzungen des Zimmers in Punkto Licht und Wärme orientieren.

Große Umbauten wie eine Dämmwand und ein Bewässerungssystem mit Schläuchen oder Rohren sollte von einem Fachunternehmen umgesetzt werden. Dieses hilft nicht nur bei der Planung und Umsetzung, sondern ein Experte kann noch viel mehr. Er zeigt individuelle Lösungen und Bringt Ideen mit ein, die für ein stimmiges Gesamtkonzept sorgen. Oftmals sind es gute Ideen, die aus einem simplen Projekt ein echtes Lieblingsstück machen.

Bei der Bepflanzung einer Wand durch etwa einen Gärtner kann zusätzlich auch gleich ein Wartungsvertrag abgeschlossen werden, bei dem regelmäßig die Pflanzen beschnitten und auf Krankheiten oder Schädlinge kontrolliert werden. Bei Bedarf können einzelne Pflanzen gleich ersetzt werden.

Welche Pflanzen eignen sich für einen grünen Wandgarten?

Die Pflanzen sollten auf jeden Fall die Temperaturen und die Luft im jeweiligen Raum vertragen. Weiter ist noch wichtig, dass das einfallende Tageslicht zu den Bedürfnissen der Pflanzen passt oder eine zusätzliche Beleuchtung für die Pflanzen angeschafft wird, damit diese auch richtig schön grün gedeihen.

Pflanzen, die buschig wachsen wie Farne oder Einblatt eignen sich für eine Begründung der Wand sehr gut, da sie schon bald auch die Zwischenräume in Beschlag nehmen werden. Für besonders hohe Wände sind Kletterpflanzen ideal, die zusätzlich mit Rankhilfen unterstützt werden können. Zimmerefeu ist sehr gut geeignet, aber auch die Monstera Deliciosa ist hier beliebt. Sie sollte in regelmäßigen Abständen an der Wand befestigt werden, um hier den nötigen Halt zu finden. Außerdem eignen sich insbesondere kleinbleibende Pflanzen wie Sukkulenten oder Moos, das in verschiedenen Farben einen tollen, dreidimensionalen Charakter erzeugt.

Moos bietet insbesondere für Allergiker einen besonderen Vorteil. Es wird speziell bearbeitet und wächst dadurch nicht mehr weiter. Aus diesem Grund benötigt es keine Erde, kein Substrat und kein Wasser und ist hervorragend für Allergiker geeignet, die auf der Suche nach einer Alternative zu herkömmlichen Pflanzen sind. Das Moos wird auf Platten befestigt und kann so direkt vor Ort vom Fachmann montiert werden.

Diese Pflanzen sind für eine Begrünung der Zimmerwand geeignet:

  • Farne
  • Gräser
  • Einblatt
  • Zimmer-Efeu
  • Monstera Deliciosa
  • Moos

Lebende Bilder – erst einmal klein Anfangen

Wer nicht ausreichend Platz hat, sollte jetzt nicht aufgeben. Auch im Kleinen kann man einen grünen Hingucker schaffen, der nicht vom Boden bis zur Decke reichen muss. Es gibt kleinteilige Lösungen wie „Lebende Bilder“. Wobei spezielle Bilderrahmen mit Pflanzen bestückt und an die Wand gehängt werden. Dies ist jedoch eine recht simple Lösung, die nicht mit einer echten grünen Wand zu vergleichen ist. Schließlich ist die Raumwirkung eine ganz andere. Besser ist es allemal einen Fachmann zu befragen. Auch bei kleinen Wohnungen oder Zimmern kann man so tolle Ideen fachmännisch umsetzen lassen, auf die man vorher selbst nie gekommen wäre.

Wirkung der Farbe Grün auf unser Wohlbefinden

Grün ist seit jeher das Sinnbild für Natur. Insbesondere im Frühjahr spüren wir wie gut es uns tut sprießende Pflanzen zu sehen. Ebenso können Waldspaziergänge, bei denen das Licht durch die zartgrünen Blätter fällt unsere Laune heben. Das grüne, vierblättrige Kleeblatt steht für Glück. Ist bei der Arbeit alles im „grünen Bereich“ fühlen wir uns sicher. Haben wir auf dem Heimweg eine „grüne Welle“ kommen wir schneller voran. Schultafeln und Billardtische sind grün, da sie so den Kontrast zum Geschehen erhöhen und auch bei längerem Anschauen nicht ermüden. Grün kann beruhigen, ohne müde zu machen. Die Verbindung zur Natur weckt Glücksgefühle in uns und entspannt gleichzeitig.

5 Vorteile von grün bepflanzten Wänden im Wohnraum:

  1. Optischer Ruhepol, der zum Betrachten einlädt
  2. Verbesserung der Luft durch Sauerstoffzufuhr
  3. Natürlicher Schallschutz da Geräusche durch die Blätter geschluckt werden
  4. Trockene Luft besonders in der Heizperiode wird vermieden
  5. Faszinierendes Gesprächsthemen bei Besuch

Grüne Wände bieten viele Vorteile und positive Effekte, die sich in unserem Zuhause optimal entfalten können. Sie sorgen für ein glückliches Umfeld mit echten Pflanzen, die sich verändern und wachsen und gleichzeitig ein gesünderes und besseres Raumklima erzeugen können.

Marni Hartung
Vom Interior Blog Ahoipopoi